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Diese Wortbildung,
die sich auf einen einzigen Aspekt der demographischen Vernderungen,
die hohe Zahl zu versorgender Rentner, konzentriert, scheint
auf den ersten Blick nicht so kritikwrdig wie das bereits
fr 1995 gergte Unwort Altenplage (seinerzeit auf Position
2). Dennoch erschien der Jury das mit Renterschwemme vermittelte
Bild noch gefhrlicher, weil es nicht so deutlich mit dem
Kampfbegriff Plage operiert, sondern ein naturwchsiges
Ereignis beruft, das als solches unvermeidlich erscheint.
Gleichzeitig
aber weckt das Bild von der Schwemme ein unterschwelliges
Bedrohungsgefhl. Damit befindet es sich in schlechter
Gesellschaft mit anderen unangemessenen Naturbildern im Umkreis
sozialpolitischer Debatten. Erinnert sei u.a. an die Asylanten-flut,
den Schler-berg, den Versorgungs-berg im ffentlichen
Dienst (der seinerzeitige Innenminister Kanther strebte nach
eigenen Worten eine Untertunnelung des Versorgungsberges
an) usw. Derartige Anleihen bei Naturerscheinungen lassen grundstzlich
verkennen, dass die bezeichneten Tatsachen Ergebnisse eines
von Menschen zu verantwortenden Handelns, also nicht naturwchsig
sind.
Das Bild von
der Rentnerschwemme verdrngt auerdem im engeren Rahmen
der rentenpolitischen Debatte durch seine Einseitigkeit der
Situationsbeschreibung die Tatsache, dass sich die allermeisten
Angehrigen der als so bedrohlich gedeuteten lteren
Generationen ihren Anspruch auf eine angemessene Altersversorgung
in jngeren Jahren selbst erarbeitet haben.
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