Dieser in
deutschen Medien nur halb bersetzte Begriff aus der
NATO-offiziellen Berichterstattung ber den Kosovo-Krieg
vernebelte auf doppelte Weise die Ttung vieler Unschuldiger
durch NATO-Angriffe. Kollateralschaden lenkte mit seiner
imponierenden Schwerverstndlichkeit vom schlimmen Inhalt dieser
Benennung ab und verharmloste - auch und gerade wenn man den
Begriff wrtlich nimmt - die militrischen Verbrechen in diesem
nicht erklrten Krieg als belanglose Nebenschlichkeit
(NATO-Englisch: collateral damage = Randschaden). Nach Meinung
der Jury trieb Kollateralschaden die vielfltigen Versuche
auf die Spitze, das Vorgehen auf dem Balkan in ein freundlicheres
Licht zu rcken. Hierzu gehrte u.a. auch, Bombardements zu Luftschlgen
und den Krieg insgesamt zum bloen Kosovo-Konflikt
herunterzuspielen. Dazu passt, dass Vertreibungen - zuletzt der
Kosovo-Serben - als Vlkerverschiebung umschrieben werden
konnten.