Unwort des Jahres
»Unwort des Jahres«

Informationen zu einer sprachkritischen Aktion

 

Aktuelle Meldungen:

 
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Unwort des Jahres 2002

 
 
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A. Allgemeines

 
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B. Die Satzung (Auszug)

 
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C. Die Mitglieder der Jury

 
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D. Die Resonanz in der Sprachgemeinschaft Eine Übersicht

 
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E. Unwörter der Jahre 19912002


/unwort_g/#Kurz%C3%BCbersicht

1. Kurzübersicht /unwort_g/#Detaillierte%20Begr%C3%BCndung

2. Detaillierte Begründung für das jeweilige »Unwort des Jahres«


/unwort_g/#Literaturhinweise

F. Literaturhinweise



/unwort_g/#Kontakt

Kontakt

 

 

A. Allgemeines


Bei der 1991 begründeten und seither jährlich stattfindenden Aktion »Unwort des Jahres« sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sprachliche Missgriffe zu nennen, die im jeweiligen Jahr besonders negativ aufgefallen sind. Gesucht werden Wörter und Formulierungen aus der öffentlichen Sprache, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen. Die Vorschläge können aus allen Bereichen der öffentlichen Kommunikation stammen, aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Kulturinstitutionen oder Medien, und sollen in jedem Fall eine Quellenangabe enthalten.


Die Entscheidung über das »Unwort des Jahres« trifft eine unabhängige Jury. Ihre ständigen Mitglieder sind die Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Albrecht Greule (Regensburg), Prof. Dr. Margot Heinemann (Zittau), Prof. Dr. Rudolf Hoberg (Darmstadt), Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a.M.). Zwei weitere Jurorensitze sind jährlich neu mit Vertretern der öffentlichen Sprachpraxis besetzt (s.a. Kap. C).


Bis 1994 wurde das »Unwort des Jahres« im Rahmen der Gesellschaft für deutsche Sprache gekürt; nach einem Konflikt mit dem Vorstand dieser Gesellschaft um die Rüge der Kanzlerformulierung »kollektiver Freizeitpark« (für 1993) hat sich die Jury als »Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres« selbständig gemacht.


Vorschläge werden während des ganzen Jahres entgegengenommen, die intensive Sammelphase liegt aber jeweils zwischen Oktober und Anfang Januar; die danach in einer Sitzung der Jury gefällte Entscheidung wird über die Medien bekanntgegeben.


Die Ergebnisse der Unwort-Wahlen für 199193 sind jeweils in »Der Sprachdienst«, hrsg. von der Gesellschaft für deutsche Sprache, veröffentlicht worden (Jg. 1992, 1993, 1994), eine Zusammenfassung bis 1995 in: »Der Sprachdienst« 1996, S. 4758 (s.a. Kap. F).

 

Entfernt vergleichbar ist die (ältere) US-amerikanische Aktion »Doublespeak Award«, in der ebenfalls ein verfehlter öffentlicher Sprachgebrauch jährlich negativ ausgezeichnet wird; zum Presenter of the Doublespeak Award, Prof. Dr. William Lutz (Ruttgers University, New Brunswick), bestehen persönliche Kontakte.





Bundespräsident Johannes Rau in seiner »Berliner Rede«, Mai 2000:

»Wer sich über die Untaten aus Fremdenfeindlichkeit empört, der darf die Unworte nicht überhören oder gar selber gebrauchen, die viel zu häufig die Runde machen. Unworte bereiten Untaten den Boden



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B. Die Satzung (Auszug)


1. Grundsätze der Aktion »Unwort des Jahres«


Die Aktion »Unwort des Jahres« will für mehr sachliche Angemessenheit und Humanität im öffentlichen Sprachgebrauch werben. Zu diesem Zweck sollen jährlich einzelne Wörter oder Formulierungen aus der aktuellen öffentlichen Kommunikation, welche die Erfordernisse sachlicher Angemessenheit und humanen Miteinanders besonders deutlich verfehlen, öffentlich gerügt werden. Dabei wird der deutlichste sprachliche Mißgriff als »Unwort des Jahres« gekennzeichnet, aber auch weitere Wörter und Formulierungen können als »Unwörter« gerügt werden. In Betracht kommen alle Felder der öffentlichen Kommunikation (Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft ...). Die Rügen verstehen sich in erster Linie als Anregung zu mehr sprachkritischer Reflexion. Eine Zensurabsicht liegt der Aktion fern. Für die Aktion ist wesentlich, dass jeweils die ganze Sprachgemeinschaft aufgerufen wird, sich an der Unwort-Wahl zu beteiligen. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann Vorschläge machen.



2. Verfahren der Unwort-Wahl


2.1 Die Entscheidung über das »Unwort des Jahres« und weitere »Unwörter« trifft eine Jury. Diese besteht aus vier ständigen Mitgliedern, durch germanistische Ausbildung oder Tätigkeit ausgewiesene Sprachwissenschaftlern oder Sprachwissenschaftlerinnen, und zwei jährlich neu zu kooptierenden Mitgliedern, die einen Bereich der öffentlichen Sprachpraxis (z.B. Medien, Kulturinstitutionen, Politik, Verbände) vertreten. Diese Zuwahl sowie die Ersetzung eines ausscheidenden ständigen Mitglieds werden unter den ständigen Mitgliedern einvernehmlich geregelt. Geschäftsführende Aufgaben nimmt ein Sprecher oder eine Sprecherin der Jury wahr.


2.2 Durch einen öffentlichen Aufruf jeweils im Herbst eines Jahres wird um Einsendung von möglichen Unwörtern gebeten, die im Laufe des zurückliegenden Jahres eine gewisse öffentliche Bedeutung erlangt haben. Eine Quellenangabe sollte vermerkt sein.


2.3 Unmittelbar nach dem Einsendeschluss, der spätestens zwei Wochen nach dem Jahreswechsel sein soll, legt der Sprecher/die Sprecherin den übrigen Juroren eine Aufstellung aller eingesandten Vorschläge vor. Dabei wird bereits eine grobe Vorsortierung vorgenommen, die sich an den Kriterien der Unwortwahl (»aktuell« »sachlich grob unangemessen« »inhuman«) orientiert. Soweit die Vorschlage Begründungen enthalten, werden diese der Aufstellung beigefügt.


2.4 Die Entscheidung über das »Unwort des Jahres« und weitere »Unwörter« wird nicht von der Zahl der Unterstützer eines Vorschlags (die manipuliert werden könnte) abhängig gemacht. Sie erfolgt ausschließlich nach inhaltlichen Kriterien.

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C. Die Mitglieder der Unwort-Jury


1991

ständige Mitgl.:

1. Dr. Hans Bickes, Geschäftsführer der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), Wiesbaden

 

2. Prof. Dr. Albrecht Greule, Universität Mainz (später Regensburg)

 

3. Prof. Dr. Rudolf Hoberg, Technische Hochschule Darmstadt

 

4. Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser, Universität Frankfurt am Main

kooptierte Mitgl.:

5. Dr. Frolinde Balser, Frankfurt a.M. (vorm. MdB/SPD)

 

6. Prof. Dr. Herbert Heckmann, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt



1992

ständige Mitgl.:

14 wie 1991

kooptierte Mitgl.:

5. Hanns Joachim Friedrichs, Hamburg (vorm. ARD)

 

6. Landesministerin Christine Lieberknecht, Erfurt (CDU)



1993

ständige Mitgl.:

1. Dr. Karin M. Frank-Cyrus, Geschäftsführerin der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), Wiesbaden

 

24 wie 1991

kooptierte Mitgl.:

5. Prof. Dr. Hilmar Hoffmann, Goethe-Institut, München

 

6. Barbara Molsen, Mitteldeutscher Rundfunk, Leipzig



1994

ständige Mitgl.:

1. Prof. Dr. Margot Heinemann, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Soziales, Görlitz/Zittau

 

24 wie 1991

kooptierte Mitgl.:

5. Pfarrer Friedrich Schorlemmer, Lutherstadt Wittenberg

 

6. Maria von Welser, ZDF, München



1995

ständige Mitgl.:

14 wie 1994

kooptierte Mitgl.:

5. Friedrich Nowottny, Intendant a.D. (WDR)

 

6. Ernst Röhl, Redaktion »Eulenspiegel«, Berlin



1996

ständige Mitgl.:

14 wie 1994

kooptierte Mitgl.:

5. Bernd-Lutz Lange, Schriftsteller u. Kabarettist, Leipzig

 

6. Erich Loest, Schriftsteller, Leipzig/Bonn



1997

ständige Mitgl.:

14 wie 1994

kooptierte Mitgl.:

5. Elke Heidenreich, Schriftstellerin (vorm. Journalistin)

 

6. Stephan Klapproth, Zürich (DRS-Fernsehredaktor)



1998

ständige Mitgl.:

14 wie 1994

kooptierte Mitgl.:

5. Reinhard Appel (vorm. ZDF)

 

6. Dr. Luc Jochimsen (ARD)



1999

ständige Mitgl.:

14 wie 1994

kooptierte Mitgl.:

5. Ernst Elitz (Intendant des DeutschlandRadios)

 

6. Jutta Voigt (Redakteurin, DIE WOCHE)



2000

ständige Mitgl.:

14 wie 1994

kooptierte Mitgl.:

5. Dr. Petra Lidschreiber (Chefredakteurin, SFB)

 

6. Dr. Ernst Nef (Schriftsteller und Journalist (CH))



2001

ständige Mitgl.:

1. Prof. Dr. Margot Heinemann (HTWS Görlitz-Zittau)

 

2. Prof. Dr. Rudolf Hoberg (TU Darmstadt)

 

3. Dr. Nina Janich (Univers. Regensburg)

 

4. Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Univers. Frankfurt a. Main)

kooptierte Mitgl.:

5. Klaus Bresser (Fernsehjournalist, vorm. ZDF, Wiesbaden)

 

6. Maybritt Illner (Fernsehmoderatorin, Berlin)



2002

ständige Mitgl.:

14 wie 2001

kooptierte Mitgl.:

5. Dr. Wolfgang Herles (ZDF, Berlin)

 

6. Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard (Generalsekretär des Goethe-Instituts, München)


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D. Die Resonanz in der Sprachgemeinschaft Eine Übersicht


 

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

Einsendungen

351

583

715

1.708

2.346

1.877

2.160

1.138

1.865

2.005

1.426

1.744

Vorschläge

439

661

518

1.119

1.260

1.129

1.271

836

1.063

446

727

806



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E. Unwörter der Jahre 19912002


1. Kurzübersicht

Fett und kursiv hervorgehoben ist das jeweilige »Unwort des Jahres«, die übrigen sind als »weitere Unwörter« ebenfalls gerügt worden. (Die in Klammern stehenden Angaben sind nur verkürzte Wiedergaben der offiziellen Begründungen)



1991: Ausländerfrei

(fremdenfeindliche Parole in Hoyerswerda)

  • durchrasste Gesellschaft

(Mischung der Deutschen mit Ausländern; Edmund Stoiber)

  • intelligente Waffensysteme

(aus der Golfkriegsberichterstattung)

  • Personalentsorgung

(für Entlassungen)

  • Warteschleife

(Phase sozialer Unsicherheit von Arbeitskräften in den östlichen Bundesländern)



1992: Ethnische Säuberung

(Propagandaformel im ehemaligen Jugoslawien)

  • weiche Ziele

(militärsprachl. Umschreibung für Menschen)

  • auf-/abklatschen

(tätliche und tödliche Angriffe auf Ausländer)

  • aufenthaltsbeendende Maßnahmen

(Abschiebungen im sog. Asylkompromiß; GG Art. 16a)

  • Beileidstourismus

(für Trauerkundgebungen anlässl. der Morde von Mölln)



1993: Überfremdung

(Scheinargument gegen Zuzug von Ausländern)

  • kollektiver Freizeitpark

(Unterstellung einer sozialpolitische Wunschvorstellung; Helmut Kohl)

  • Sozialleichen

(Verstorbene, die aus völliger Verelendung stammen; Objekte für Auto-Crashtests)

  • schlanke Produktion /
lean production

(mit weiteren Varianten)

(Unternehmensstrategie mit Arbeitsplatzvernichtung)

  • Selektionsrest

(für schwerstbehinderte Kinder, die nicht in »Normalklassen« integriert werden können)



1994: Peanuts

(abschätz. Bankerjargonismus; Hilmar Kopper)

  • Besserverdienende

(Pseudodefinition für neue staatliche Einnahmequellen)

  • Dunkeldeutschland

(Ironismus für östliche Bundesländer)*

  • Buschzulage

(Gehaltszulage für sog. Aufbauhelfer in den östlichen Bundesländern)*

  • Freisetzungen

(für Entlassungen)*

* ausdrücklich mit Blick auf besondere Aktualität in den östlichen Bundesländern als Belege »sprachlicher Demütigung« gewählt.


1995: Diätenanpassung

(Beschönigung der Diätenerhöhung im Bundestag)

  • Altenplage

(Beleidigung der älteren Generation)

  • biologischer Abbau

(Zynismus für Ausscheiden aus dem Arbeitsleben)

  • sozialverträglicher Stellen-/ Arbeitsplatzabbau

(schönfärberische Umschreibung für Entlassungen)

  • abfackeln (von Sachen und Menschen)

(jugendsprachl. zynische Gleichsetzung)



1996: Rentnerschwemme

        (falsches, angstauslösendes Naturbild für einen sozialpolitischen Sachverhalt)

        • Flexibilisierung

        (Bezeichnung für eine betriebswirtschaftliche Strategie, die den Wert aktiver individueller »Flexibilität« leugnet, diesen Begriff aber schönfärberisch ausbeutet)

        • Outsourcing

        (Imponierwort, das der Auslagerung/Vernichtung von Arbeitsplätzen einen seriösen Anstrich zu geben versucht)

        • Umbau des Sozialstaats

        (missbräuchliche Verwendung einer (Auf-)Baumetapher)

        • Gesundheitsreform

        (missbräuchliche Verwendung des positiv besetzten Begriffs »Reform«)

        • Sozialhygiene

        (höchst problematische Anwendung von Hygienevorstellungen auf soziale Sachverhalte; vgl. »Rassenhygiene«, »ethnische Säuberungen«)



        1997: Wohlstandsmüll

        (Umschreibung arbeitsunwilliger wie arbeitsunfähiger Menschen; Helmut Maucher, Nestlé)

        • Organspende

        (Pervertierung der Begriffe »Spende / spenden« in der Transplantationsmedizin)

        • Blockadepolitik/-politiker

        (diffamierende Unterstellung einer argumentationslosen Verweigerungshaltung)

        • neue Beelterung

        (bürokrat. Umschreibung neuer Erziehungsberechtigter, die an die Stelle der leiblichen Eltern treten sollen)



        1998: sozialverträgliches Frühableben

        (in einer öffentlichen Erklärung zynisch wirkende Ironisierung; Karsten Vilmar)

        • Belegschaftsaltlasten

        (Abfallmetapher für Mitarbeiter, die ein Betrieb gern wieder loswerden möchte)

        • Humankapital

        (als Bezeichnung von Kindern!)

        • Moralkeule

        (fatale Koppelung von »Moral« und einem Totschlaginstrument; Martin Walser)



        1999: Kollateralschaden

        (Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit; NATO-offizieller Terminus im Kosovo-Krieg)



        2000: national befreite Zone

        (zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremisten terrorisiert wird)

        • überkapazitäre Mitarbeiter

        (Reduzierung von zu entlassenden Arbeitnehmern auf rein betriebswirtschaftliche Größen)

        • Separatorenfleisch

        (seriös klingende, bei BSE-Verdacht besonders unangemessene Bezeichnung von Schlachtabfällen)

        • »Dreck weg!«

        (CDU-Parole in Darmstadt, die sich auch gegen »missliebige« Menschen richtete)



        2001: Gotteskrieger

        (Selbst- u. Fremdbezeichnung d. Taliban- u. El Qaeda-Terroristen)

        • Kreuzzug

        (pseudoreligiöse Verbrämung kriegerischer Vergeltungsmaßnahmen; US-Präsident George W. Bush)

        • Topterroristen

        (verharmlosende und positivierende Benennung von Osama bin Laden)

        • therapeutisches Klonen

        (zweifelhafte Wortzusammenstellung um Manipulationen am menschlichen Erbgut gegen Krankheiten/für Therapien in nicht absehbarer Zeit zu rechtfertigen)

        • Gewinnwarnung

        (von Aktionären verwendeter sachlich falscher Begriff, der vor geringeren Gewinnen als erwartet warnt)



        2002: Ich-AG

        (Reduzierung von Individuen [als Aktiengesellschaft?] auf sprachliches Börsenniveau)

        • Ausreisezentrum

        (Behördenterminus für Sammellager, aus denen abgewiesene Asylanten abgeschoben werden)

        • Zellhaufen

        (Sprachliche Verdinglichung von Biotechnikern für einen menschlichen Embryo)





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        2. Detaillierte Begründung für das jeweilige »Unwort des Jahres«


        Unwort des 20.Jahrhunderts:

        »Menschenmaterial«

        Neben dem »Unwort des Jahres 1999« wählte die Jury auf der Grundlage der mehrjährigen Sammlung von Unwort-Vorschlägen und wortgeschichtlicher Untersuchungen mit dem Begriff »Menschenmaterial« auch das »Unwort des 20.Jahrhunderts«. »Menschenmaterial« ist zwar bereits im 19. Jahrhundert aufgekommen und spielt u.a. schon bei Karl Marx (1867) eine Rolle, hat aber im 20.Jahrhundert seine besonders zynische Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt als Umschreibung von Menschen, die als Soldaten im 1. und 2. Weltkrieg »verbraucht« wurden. Dieser zeiten- und ideologienübergreifende Begriff steht exemplarisch für die weitgediehene Tendenz, Menschen nur noch nach ihrem »Materialwert« einzuschätzen. Er ist gleichsam der Vater für ebenfalls zynische Begriffe wie »Schüler-, Lehrer- oder Spielermaterial«, aber auch für Unwörter wie »Patienten-, Geburten- oder Häftlingsgut«. Das Medizinern immer noch geläufige Wort vom »Patientengut« wurde 1999 durch einen süddeutschen Klinikchef noch unterboten, der Todkranke gar als »morbides Patientenmaterial« umschrieb. Dem Ungeist, der solchen Wortschöpfungen zugrunde liegt, entsprechen denn auch zahlreiche andere Materialisierungen des Menschen wie »Biorohstoffe«, »Organgewinnung«, »weiche Ziele« (im Artilleristenjargon), »Humankapital« und »Bodyleasing« sowie die Abfallmetaphern »Belegschaftsaltlasten«, »Personalentsorgung« und »Wohlstandsmüll«.


         

        Unwort des Jahres 1991:

        »Ausländerfrei«

        Die Parole »Ausländerfrei!«, besonders bekanntgeworden bei brutalen Angriffen auf eine Ausländerunterkunft in Hoyerswerda, ist schon für sich gesehen eine zynische Koppelung des Grundworts »frei« mit einer Benennung für Menschen, an deren Stelle sonst überwiegend Kennzeichnungen sächlicher Gefahrenquellen stehen (z.B. »atomwaffen-, staub-, unfall-frei«). Diese spezifische Verbindung hat aber leider auch eine böse deutsche Tradition, die vor 1945 in der Wortbildung »judenfrei« gipfelte. In diese Tradition reiht sich »ausländerfrei« formal wie semantisch nahtlos ein.


         

        Unwort des Jahres 1992:

        »Ethnische Säuberung«

        Für diese Beschönigung schlimmster Menschenrechtsverletzungen wie Vertreibung und Massenmord sind zunächst einmal die Urheber in den Bürgerkriegsparteien auf dem Balkan verantwortlich. Aber die Beobachtung, dass zahlreiche deutsche Medien diese Propagandaformel in ihrer Übersetzung ohne jede kritische Distanz weiterverwendeten, hat die Jury zu ihrer Unwort-Rüge veranlasst. Zeitungen verwendeten den Begriff ohne Anführungszeichen, in Hörfunksendungen wurde noch nicht einmal ein distanzierendes »sogenannt« verwendet als handle es sich um eine beliebige Hygienemaßnahme. Im sprachlichen Missbrauch von Hygieneidealen ist »ethnische Säuberung« auf einer Stufe mit »Rassenhygiene« und »politischer Säuberung« zu sehen.

         

        Unwort des Jahres 1993:

        »Überfremdung«

        Ausschlaggebend für die Kritik an diesem auf den ersten Blick harmlos erscheinenden Wort war die Feststellung, dass »Überfremdung« nach wie vor im Sinne einer rassistischen Uminterpretation verwendet wird. Bis 1934 war »Überfremdung« ein rein betriebswirtschaftlicher Terminus (= zuviel fremdes Geld in einem Unternehmen), danach musste der Rechtschreib-Duden die Interpretationen »Eindringen Fremdrassiger« und »Eindringen fremden Volkstums« (1941) aufnehmen. Durch diese Sprachlenkungsmaßnahme wurde die betriebswirtschaftliche Ausgangsbedeutung schließlich völlig verdrängt, und »Überfremdung« wurde zur Stammtischparole, die auch die undifferenzierteste Fremdenfeindlichkeit »argumentativ« absichern soll.

         

        Unwort des Jahres 1994:

        »Peanuts«

        Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, bezeichnete im April 1994 auf einer Pressekonferenz Verluste in Höhe von ca. 50 Mio DM, die durch den Bankrott des Bau- und Immobilienkonzerns Schneider entstanden waren, als »Peanuts«, also als unwichtige Größe. Da es sich dabei aber vor allem um Gelder handelte, die kleineren und mittleren Firmen für schon erbrachte Leistungen zustanden, war diese Qualizifizierung außerordentlich zynisch, weil die Außenstände etliche Firmen an den Rand des Ruins brachten.

        Die Entschuldigung Koppers auf einer Aktionärsversammlung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass finanzielle Probleme, die für den Durchschnittsbürger existenzbedrohend wären, in Finanzkreisen auch sonst gern als »Peanuts« abgetan werden, wobei zu bedenken ist, dass Banken zu einem wesentlichen Teil von geliehenem Geld, auch von Kleinsparern, leben, die sich durch einen derartigen Wortgebrauch zutiefst missachtet fühlen müssen. Der verbale Ausrutscher Koppers war also nur im Hinblick auf die Höhe der Verluste einmalig; er hat durchaus seine Basis im kaltschnäuzigen Umgang mit Problemen anderer und offenbart damit eine grundsätzlich inhumane Haltung.

         

        Unwort des Jahres 1995:

        »Diätenanpassung«

        Die Diätenerhöhung für Bundestagsabgeordnete 1995 (die beinahe zu einer »Anpassung« des Grundgesetzes geführt hätte) hatte in jenem Jahr viele Wochen die deutsche Öffentlichkeit beschäftigt. Der Zorn über die Absichten und Beschlüsse einer Bundestagsmehrheit unter Einschluss der sonst oppositionellen SPD schlug sich auch in den Einsendungen zur Unwort-Suche 1995 deutlich nieder: Die mit Abstand größte Gruppe von Zuschriften (153) hatte kaum zufällig »Diäten« und »Diätenerhöhung« als Unwörter vorgeschlagen.

        Dennoch lag hier (wie in anderen Fällen) eine Verwechslung von Sach- und Sprachkritik vor. Die Kritik an der Sache, hier der Diätenerhöhung, läßt sich nicht durch eine Schelte der dafür verwendeten (sachlich angemessenen) Wörter »Diäten/-erhöhung« leisten. Eine wesentliche Absicht der Sprachkritischen Aktion »Unwort des Jahres« ist die Rüge von sachlich grob unangemessenen Benennungen, also von Wörtern, die über den wahren Charakter einer Sache hinwegtäuschen (siehe Satzung).

        Für die Wahl zum »Unwort des Jahres« kam nur ein Begriff in Frage, der den negativen Eindruck, den die Diätenerhöhung geweckt hat, durch eine verharmlosende Umschreibung herunterzuspielen versuchte. Eine solche Beschönigung (Euphemismus) liegt aber in der Koppelung von »Diäten« mit dem scheinneutralen Wort »Anpassung« vor. »Anpassung« spiegelt (auch in vielen anderen Fällen; z.B. »Gebühren-, Preis-, Tarifanpassung«) eine fast naturnotwendige, unausweichliche Veränderung von finanziellen Forderungen im Hinblick auf neue Sachbedingungen vor (man vergleiche auch die Bedeutung von »Anpassung« von Lebewesen an veränderte Umweltbedingungen im Darwinismus!).

         

        Unwort des Jahres 1996:

        »Rentnerschwemme«

        Diese Wortbildung, die sich auf einen einzigen Aspekt der demographischen Veränderungen, die hohe Zahl zu versorgender Rentner, konzentriert, scheint auf den ersten Blick nicht so kritikwürdig wie das bereits für 1995 gerügte Unwort »Altenplage« (seinerzeit auf Position 2). Dennoch erschien der Jury das mit »Renterschwemme« vermittelte Bild noch gefährlicher, weil es nicht so deutlich mit dem Kampfbegriff »Plage« operiert, sondern ein naturwüchsiges Ereignis beruft, das als solches unvermeidlich erscheint.

        Gleichzeitig aber weckt das Bild von der »Schwemme« eine unterschwelliges Bedrohungsgefühl. Damit befindet es sich in schlechter Gesellschaft mit anderen unangemessenen Naturbildern im Umkreis sozialpolitischer Debatten. Erinnert sei u.a. an die »Asylanten-flut«, den »Schüler-berg«, den »Versorgungs-berg« im öffentlichen Dienst (der seinerzeitige Innenminister Kanther strebte nach eigenen Worten eine »Untertunnelung des Versorgungsberges« an) usw. Derartige Anleihen bei Naturerscheinungen lassen grundsätzlich verkennen, dass die bezeichneten Tatsachen Ergebnisse eines von Menschen zu verantwortenden Handelns, also nicht naturwüchsig sind.

        Das Bild von der »Rentnerschwemme« verdrängt außerdem im engeren Rahmen der rentenpolitischen Debatte durch seine Einseitigkeit der Situationsbeschreibung die Tatsache, dass sich die allermeisten Angehörigen der als so bedrohlich gedeuteten älteren Generationen ihren Anspruch auf eine angemessene Altersversorgung in jüngeren Jahren selbst erarbeitet haben.

         

        Unwort des Jahres 1997:

        »Wohlstandsmüll«

        Bereits 1996 hatte der damalige Verwaltungsratspräsident der Firma Nestlé, Helmut Maucher, in einem Interview Arbeitsunwillige wie Arbeitsunfähige als »Wohlstandsmüll« bezeichnet:

        »... Wir haben einen gewissen Prozentsatz an Wohlstandsmüll in unserer Gesellschaft. Leute, die entweder keinen Antrieb haben, halb krank oder müde sind, die das System einfach ausnutzen ...«

        In der Sendung »Späth am Abend« des Nachrichtensenders n-tv am 26.10.1997 wurde ihm dieses Zitat vorgehalten, und Maucher schwächte die Äußerung ab, indem er sich darauf berief, nur »plastisch« formuliert zu haben. Seine spätere Einlassung, die Interviewäußerung sei in einer angespannten Atmosphäre zustandegekommen, war - wie der »Spiegel« (11/1998, S. 112) feststellen konnte - auch nur eine Schutzbehauptung, da der Interviewtext vor seiner Veröffentlichung Maucher vorgelegen hatte.

         

        Unwort des Jahres 1998:

        »sozialverträgliches Frühableben«

        Diese Wortschöpfung wurde im Dezember 1998 vom Präsidenten der Bundesärztekammer, Karsten Vilmar, geprägt, als er Sparpläne der neuen Bundesregierung kritisieren wollte. Dabei hat er in mindestens zweifacher Hinsicht die Seriosität einer offiziellen Stellungnahme verfehlt: zum einen in der Umschreibung eines vorzeitigen Todes durch »Frühableben«, zum anderen in der Verbindung mit dem Wort »sozialverträglich«, das schon durch seinen Missbrauch in anderen Fällen eigentlich unbenutzbar erscheinen müsste. Kommt hinzu, dass Vilmar wenn auch in ironischer Absicht formuliert hat, Ärzte müssten sich überlegen, ob sie den vorzeitigen Tod von Patienten »fördern« müssten. Hier schlägt Ironie und Satire endgültig in blanken Zynismus um, der eines Sprechers der Ärzteschaft unwürdig ist, zumal deutsche Ärzte bereits am Ende des 2. Weltkriegs vorzeitiges Sterben nach Therapie- und Medikamentenentzug als »Frühableben« umschrieben hatten.

         

        Unwort des Jahres 1999:

        »Kollateralschaden«

        Dieser in deutschen Medien nur halb übersetzte Begriff aus der NATO-offiziellen Berichterstattung über den Kosovo-Krieg vernebelte auf doppelte Weise die Tötung vieler Unschuldiger durch NATO-Angriffe. »Kollateralschaden« lenkte mit seiner imponierenden Schwerverständlichkeit vom schlimmen Inhalt dieser Benennung ab und verharmloste - auch und gerade wenn man den Begriff wörtlich nimmt - die militärischen Verbrechen in diesem nicht erklärten Krieg als belanglose Nebensächlichkeit (NATO-Englisch: »collateral damage« = Randschaden). Nach Meinung der Jury trieb »Kollateralschaden« die vielfältigen Versuche auf die Spitze, das Vorgehen auf dem Balkan in ein freundlicheres Licht zu rücken. Hierzu gehörte u.a. auch, Bombardements zu »Luftschlägen« und den Krieg insgesamt zum bloßen Kosovo-»Konflikt« herunterzuspielen. Dazu passt, dass Vertreibungen - zuletzt der Kosovo-Serben - als »Völkerverschiebung« umschrieben werden konnten.

         

        Unwort des Jahres 2000:

        »national befreite Zone«

        Diese Umschreibung rechtsextremistisch terrorisierter Gebiete und Orte ist in den östlichen Bundesländern, v. a. in Brandenburg und Sachsen, nicht erst seit 2000 bekannt, hat aber im Zuge eines allgemeineren Bewusstwerdens extremistischer Gefahren von Rechts im letzten Jahr bundesweite Aufmerksamkeit gefunden. Da dieser Begriff auch im Hörfunk verwendet wird, fehlen ihm als Zitatwort häufig die distanzierenden Anführungszeichen, wodurch sich dieses Unwort auch als »neutraler« Begriff verbreiten könnte.(Mit ähnlicher Begründung wurde 1992 das undistanziert zitierte Unwort des Jahres 1992 »ethnische Säuberung« gewählt).
        Diese Begriffsbildung ist auf doppelte Weise zynisch: Zum einen heroisiert sie ein extremistisches und gewalttätiges Sektierertum als »national« (was selbst national Gesinnten zuwider sein müsste), zum anderen gibt sie die Verfolgung von Menschen als »Befreiung« aus und liegt damit auf einer Linie mit dem Unwort des Jahres 1991, »ausländerfrei«, das dem Unwort »judenfrei« nachgebildet war. Die Variante »zeckenfreie Zone« setzt Menschen mit Ungeziefer gleich (vgl. H.D. Schlosser, Lexikon der Unwörter, Gütersloh 2000, S. 72 und 87).

         

        Unwort des Jahres 2001:

        »Gotteskrieger«

        Diese Selbst- und Fremdbezeichnung der Taliban- und El Qaeda-Terroristen wird oft von den Medien unkritisch übernommen. Besonders der Gebrauch in akustischen Medien lässt oft die Distanz zu diesem pseudoreligiösen Anspruch vermissen. Kein Glaube an einen Gott, gleich welcher Religion, kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen.

         

        Unwort des Jahres 2002:

        »Ich-AG«

        Diese Wortbildung aus dem »Hartz-Papier« leidet bereits sachlich unter lächerlicher Unlogik, da ein Individuum keine Aktiengesellschaft sein kann. Selbst als ironisches Bild ist das Wort nicht hinzunehmen, da sich die aktuelle Arbeitslosigkeit mit solcher Art von Humor kaum noch verträgt. Ausschlaggebend für die Wahl war aber die Herabstufung von menschlichen Schicksalen auf ein sprachliches Börsenniveau. Ich-AG ist damit einer der zunehmenden Belege, schwierige soziale und sozialpolitische Sachverhalte mit sprachlicher Kosmetik schönzureden.


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        F. Literaturhinweise



        Schlosser, Horst Dieter (Sprecher der Jury):



        1992

        Die Unwörter des Jahres 1991, in: Der Sprachdienst 36, S. 4961.


        1993

        Die Unwörter des Jahres 1992, in: Der Sprachdienst 37, S. 4959.

        Das Unwort des Jahres. Ein Beitrag zum humaneren Umgang miteinander, in: Gesellschaft für deutsche Sprache (Hrsg.), Wörter und Unwörter. Sinniges und Unsinniges der deutschen Gegenwartssprache, Niedernhausen, S. 4350.


        1994

        Die Unwörter des Jahres 1993, in: Der Sprachdienst 38, S. 819.

        Die Unwörter des Jahres 1993, in: Gesellschaft für deutsche Sprache (Hrsg.), Wörter und Unwörter, Bd. 2, Niedernhausen, S. 5769.

        Vom Unwort zum Drohwort. Soll politische Sprachkritik wieder strafbar werden?, in: Arbeit und Recht. Zeitschrift für Arbeitsrechtspraxis 42, S. 187189.


        1995

        Sprachkritik zwischen »political correctness« und anderen Klippen, in: Bernd-Ulrich Biere/ Rudolf Hoberg (Hrsg.), Bewertungskriterien in der Sprachberatung, Tübingen, S. 132146.


        1996

        Sprachkritik als Problemgeschichte der Gegenwart, in: Karin Böke u.a. (Hrsg.), öffentlicher Sprachgebrauch. Praktische, theoretische und historische Perspektiven, Opladen/Wiesbaden, S. 99109.

        Die Sprache von Extremismus und Gewalttätigkeit, in: Ulrich Zwiener u.ä. (Hrsg.), Gegen Extremismus und Gewalt. Aktuelle Analysen und Schlußfolgerungen, Jena (1995), S. 137157.

        Von »ausländerfrei« bis »Diätenanpassung«. Fünf Jahre Unwort-Suche, in: Der Sprachdienst 2/96, S. 4758.


        1997

        Die sprachkritische Aktion »Unwort des Jahres«, in: glossen. eine internationale zeitschrift zu literatur, film und kunst nach 1945 (http://www.dickinson.edu/departments/germn/glossen/heft1/unwort.html).

        Im Glashaus der Sprache. Die sprachkritische Aktion »Unwort des Jahres«, in: Die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte 44, H. 12/1997, S. 11161120.


        1999

        Die sprachkritische Aktion »Unwort des Jahres«, in: Blick. Zeitschrift der Universität Würzburg 1/99, S. 151-157.


        2000

        Lexikon der Unwörter, Gütersloh.

        525 Jahre »Unwort«. Gesamt-, West- und Ostdeutsches im Spiegel der Sprachkritik, in:K.M. Eichhoff-Cyrus/R. Hoberg (Hrsg.), Die deutsche Sprache zur Jahrtausendwende. Sprachkultur oder Sprachverfall, Mannheim, S. 289-301 .


        2001

        Unwörter - Saatkörner der Gewalt, in: Frankfurter Lehrerzeitung 22, Nr.1, März 2001, S. 21.

        Unwörter zwischen "ätzend" und inhuman. Sprachkritische Reflexionen im Deutschunterricht, in: Der Deutschunterricht 4/2001, S. 51-59.

         

        Veröffentlichungen weiterer Jury-Mitglieder:

         

        Greule, Albrecht:


        (gemeinsam mit Elisabeth Ahlvers-Liebel)
        Theorie und Praxis der germanistischen Sprachpflege. Geschichte, Praxis und Zielsetzung, Darmstadt 1982.

        Theorie und Praxis der germanistischen Sprachpflege, in: Muttersprache 92, 1986, S. 265296.

        Aufgaben und Probleme der modernen deutschen Sprachpflege, in: Lingua ac communitas 2, 1992, S. 107-117.

        (gemeinsam mit Franz Lebsanft, Hrsg.)
        Europäische Sprachkultur und Sprachpflege. Akten des Regensburger Kolloquiums, Oktober 1996, Tübingen 1998.

        Das Unwort des Jahres. Eine neue Form der Sprachkritik in Deutschland, in: Sbronik Praci Filozofické Fakulty Brnenské Univerzity, R 5, Brunensis 2000, S. 7-17.


        Hoberg, Rudolf:


        Wirbel um Wörter und Unwörter, in: Gesellschaft für deutsche Sprache (Hrsg.), Wörter- und Unwörter. Sinniges und Unsinniges der deutschen Gegenwartssprache, Bd. 2, Niedernhausen 1994, S. 7073.

        Sprachbewertung und Sprachberatung. Einführende Überlegungen zur Diskussion, in: Bernd-Ulrich Biere / Rudolf Hoberg (Hrsg.), Bewertungskriterien in der Sprachberatung, Tübingen 1995, S. 15.

        Linguistik für die Öffentlichkeit. Wörter und Unwörter des Jahres, in: Karin Böke u.a. (Hrsg.), Öffentlicher Sprachgebrauch. Praktische, theoretische, und historische Perspektiven, Opladen 1996, S. 9098.


        Janich, Nina:


        - We kehr for you - Werbeslogans und Schlagzeilen als Beitrag zur Sprachkultivierung, in: Zeitschrift für Angewandte Linguistik (ZfAL) 34, 2001, S. 63-81.

         

        ferner:


        Ivo, Hubert: Das »Unwort des Jahres« als Thema des Nachdenkens über Sprache im Deutschunterricht, in: Deutschunterricht 48, 1995, S. 155161.

        Korlén, Gustav: Das Unwort des Jahrhunderts »Menschenmaterial«, in: LMS lingua (hrsg. von der Riksföreningen för Lärarna i Moderna Sprak, Göteborg/Schweden) 3, 2000, S. 58-60.

         

        zur Aktion »Double Speak Award« (USA):

        Lutz, William (Presenter of the Doublespeak Award):


        Doublespeak. From »Revenue Enhancement« to »Terminal Living«. How government, business, advertisers, and others use language to deceive you. New York (HarperPerennial) 1989. (ISBN 0-06-091993-0)

        1984. Beyond Nineteen Eighty-Four. Doublespeak in a Post-Orwellian Age (ed. by W.L.), Urbana/Illinois (National Council of Teachers of English) 1989.

        The new Doublespeak. Why no one knows what anyones saying anymore, New York (HarperCollins) 1996. (ISBN 0-06-017134-0)



        Hinweis auf eine Spezialsammlung von Unwörtern in der Ökonomie

        Seit einiger Zeit veröffentlicht die Zeitschrift »Arbeit und Recht. Zeitschrift für Arbeitsrechtspraxis« unter der Sparte »Lingua Oeconomici Imperii« die neuesten Unwort-Kreationen aus dem Managerdeutsch.



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        Einsendungen mit Unwortvorschlägen sind zu richten an:


        Prof. Dr. Horst D. Schlosser,

        Universität Frankfurt a.M.,

        Grüneburgplatz 1

        60629 Frankfurt a.M.


        Fax: 069 / 798-32675


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